{"id":827,"date":"2015-05-04T20:56:02","date_gmt":"2015-05-04T20:56:02","guid":{"rendered":"http:\/\/www.support-together.de\/page\/?p=827"},"modified":"2015-05-04T20:56:31","modified_gmt":"2015-05-04T20:56:31","slug":"bauern-muenchen-gegen-borussia-dortmund-dfb-pokal-halbfinale-2015","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.support-together.de\/page\/bauern-muenchen-gegen-borussia-dortmund-dfb-pokal-halbfinale-2015\/","title":{"rendered":"Bauern M\u00fcnchen gegen Borussia Dortmund DFB-Pokal Halbfinale (Ein Fahrtenbericht von Schiri)"},"content":{"rendered":"<p>Wie wir in die Gl\u00fcckseligkeit hineinrutschten und die Abschiedstournee immer lauter und immer weiter ging!!!<\/p>\n<p>Ja, wo soll ich anfangen bei diesem Fahrtenbericht und der dabei auftretenden G\u00e4nsehaut, wenn ich nochmal daran denke? Am besten am Anfang. F\u00fcr die Fahrt in den roten S\u00fcden machte sich vom Fanclub Support together eine Gruppe per Zug und \u00dcbernachtung auf den Weg. Da mir das aber zu lasch war, formierte sich eine zweite kleine Gruppe und bestritt die Anreise mit meinem Auto, die sich nach Spielende direkt wieder auf den Weg ins Saarland begab. Mit mir als Fahrer. Warum zu lasch? Keine gute Ausw\u00e4rtsreise hat nicht mindestens zehn Stunden Fahrzeit an einem Tag vor sich. Ist doch klar. Mit im Auto sa\u00dfen Nicole Seibert und zwei Fanclub Gr\u00f6\u00dfen: Carsten Scherer, Aka Casi, und El Presidente h\u00f6chst pers\u00f6nlich. Mir war also klar, dass ich wichtige Fracht mit an Board hatte. Nachdem ich halbtags auf der Arbeit absetzte, ging es nach Heusweiler und die Abfahrt in die bayrische Hauptstadt begann p\u00fcnktlich um 13:00 Uhr. Auf der sechs st\u00fcndigen Autofahrt war dann mal gen\u00fcgend Zeit sich wieder auszutauschen und gem\u00fctlich in den Fu\u00dfballtag mit paar Bierchen zu starten. Irgendwann wurde die kollegiale Stimmung genau wie die Wolken immer d\u00fcsterer, als man mehr und mehr Rote auf dem Weg sah und einem bewusst wurde, dass es gegen die Buyern tats\u00e4chlich heute auch noch ausw\u00e4rts gehen musste. H\u00f6hepunkt war das Aufeinandertreffen mit paar Seppels auf einem Parkplatz. Wie man immer vermutete, war der Anhang so selbstbewusst wie ein angeschossenes Reh, wenn man sich gegen\u00fcber stand. Sobald wir zur Weiterfahrt im Auto sa\u00dfen und schon fast auf der Autobahn wieder waren, h\u00f6rte man Rufe und Gegr\u00f6le. Nat\u00fcrlich. Unser Frontmann Casi, der das Fenster runter setzte und direkt die passende Antwort mit Gestik und nicht jugendfreien Wortschatz parat hatte. Im R\u00fcckspiegel sah man nur noch verdutzte Gesichter. Das muss gesessen haben! Im gleichen Augenblick h\u00f6rt man nur ein Poltern und Knallen. Haben die Idioten etwa an meinen geliebten Corsa eine Bierflasche geworfen? Nein, die simple Antwort war, dass unser Hobbyp\u00f6bler Casi einfach eine Bierflasche auf dem Auto vergessen hatte und diese beim losfahren nach hinten auf den Boden fiel. Auf die Auffahrt. Die Jungs wollten einfach nur warnen, dass da noch ein Stubbi auf dem Dach stand. Casi, der die Welt nicht mehr verstand, versuchte unter unserem Gejohle die letzten Minuten aufzuarbeiten, wie und wer die Flasche ihm auf dem Dach untergejubelt hat. Nat\u00fcrlich versuchten wir so schnell Abstand von der Truppe zu bekommen wie es nur geht, da der Sch\u00e4m Faktor bei ungef\u00e4hr 9000 lag. Ob die Truppe \u00fcberhaupt an dem Tag zum selben Spiel anreisen konnte, war f\u00fcr uns nicht schl\u00fcssig zu kl\u00e4ren, da die Auffahrt ja doch mit Scherben wie eine gute Pizza belegt war. Casi wollte sich f\u00fcr diesen Fauxpas am liebsten sogar bei den Bayern Fans entschuldigen. Das das auch mal im Leben passiert, h\u00e4tte er sich auch nicht zum Tr\u00e4umen gewagt. Kam aber nach kurzer Bedenkzeit zum Schluss, dass sich das f\u00fcr die hundert Male zuvor und danach mit dem Kontakt dieser Spezies ausgleicht.<\/p>\n<p>Die letzten, dutzenden Kilometer vor sich, stieg dann die Spannung immer mehr. Warum reiste man eigentlich nach M\u00fcnchen an, die im letzten entscheidenden Pflichtspiel mal eben Porto 6:1 wegfegte? Ich denke keiner im Auto oder im ganzen Fanblock, dachte wirklich an einen Sieg. H\u00f6chstens vielleicht einen lucky Punch in den ersten 90 Minuten zu haben und dann das Ding dann irgendwie runter zuspielen. Ein \u201etolles Erlebnis\u201c FCB wie j\u00fcngst der Trainer der Paderborner eine Partie mit dem Rekordmeister beschreibt, braucht nun wirklich kein Dortmunder. Daher spricht es f\u00fcr die Dortmunder Fankultur, dass man auch bei einem Spiel, bei dem man als klarer Au\u00dfenseiter in die Partie geht, mit einer beachtlichen Anh\u00e4ngezahl zur Arroganz Arena anf\u00e4hrt. Oder wie es Arbeitskollege fragte: \u201eWarum f\u00e4hrst du zu einem Spiel unter der Woche, um dir von den Bayern den Arsch versohlen zu lassen?\u201c. Naja, das M\u00e4rchen wurde ja bekanntlich anders geschrieben. Und daher war der Sieg auch umso s\u00fc\u00dfer, zu wissen, dass man seinem Verein mit allen Strapazen beisteht, wenn die Niederlage eigentlich schon auf dem Papier steht. Und dann f\u00e4hrt man doch nach Berlin! MEGA! Berlin, Berlin wir fahren nach Berlin!\u2026 Ich verlier den Faden\u2026<\/p>\n<p>Aber eigentlich kann ich doch noch was kurz an dieser Stelle erw\u00e4hnen. Die wieder zeigt, dass Borussia mit jedem Einzelnen, egal ob Kloppo oder Fan, eigene Geschichten schreibt.<br \/>\nDa ich bekanntlich Fu\u00dfball-Schiedsrichter bin, hab ich mich mal auf Gut gl\u00fcck f\u00fcr das DFB-Pokal Finale um eine Schiedsrichterkarte im Februar diesen Jahres beworben (Nat\u00fcrlich gibt es auch hier immer mehr Nachfragen als Angebot). Da ich normalerweise nie was gewinne und sogar bei 50:50 Chancen das kurze Streichholz ziehe, hatte ich eigentlich mit nichts gerechnet. Im M\u00e4rz dann war Auslosung kurz vor dem Dresden Spiel. Auf einmal im Junk Ordner des Emailkastens liegt die Zusage vom Berliner Fu\u00dfball Verband f\u00fcr die Karte. Unter 450 Bewerber gab es eine von 150 Karten. Cool, ich hatte eine Karte f\u00fcr das Finale. Aber richtig freuen konnte ich mich nicht. Zwar ist das Pokal Finale immer ein erlebnisreiches Event, aber wenn der eigene Verein nicht mitspielt in Berlin, war es eben nur eine halbe Sache. Und gerade die Sorge \u00fcber ein Finale Bayern gegen Wolfsburg war best\u00e4ndig. Wo ich mich fragte, ob ich mir das antun wollte. Also war ich erstmal interessiert, wie der BvB sein Ticket sichert. Und als dann der Gelsenkirchener die Pille an die Latte ballerte wurde mir so langsam klar, dass ich mit dem BvB im Berliner Olympia Stadion eins sein w\u00fcrde. Zwar waren es auch fantastische Touren nach London f\u00fcr CL Finale und auch 2014 das Pokalfinale im Sommergarten gewesen. Aber es ist einfach Wahnsinn jetzt live dabei zu sein. Was ist das bitte f\u00fcr eine Chance die Karte zugelost zu bekommen und der eigene Verein macht nach so einer Saison den Saisonabschluss mit Berlin klar? Einfach ein Klarmachverein!<\/p>\n<p>Am Stadion angekommen, parkten wir erstmal f\u00fcr zehn Euro im Tiefgaragenparkplatz und zahlten nat\u00fcrlich erst bei Abfahrt, damit man noch sch\u00f6n viel Zaster erstmal in der Arena liegen l\u00e4sst. Marketing Strategien sind neben Fu\u00dfballtaktiken hier ebenfalls hoch im Kurs. Da kann man verstehen, dass das eine oder andere Mitglied aus dem Fanclub aus diesem Stadion fern bleibt. Am Stadion die restlichen Mitglieder, die per Zug anreisten getroffen, ging es ins Schlauchboot. Im Stadion war dann auch schon mal die Platzwahl v\u00f6llig egal und wer gedacht hat, dass hier irgendwer in schwarz-gelb sitzt, war fehl am Platz. Nat\u00fcrlich waren mal wieder keine Getr\u00e4nke oder Essen auf den Zuschauerr\u00e4ngen erlaubt, dass dem Fernbleiben manch anderer ebenfalls erkl\u00e4rt. Manchmal frag ich mich, in welchen Dimensionen der FCB lebt. Der G\u00e4steblock machte gute Stimmung \u00fcber das gesamte Spiel und verteilte auch anfangs flei\u00dfig Fahnen, womit ein lebendiger Block entstand. Auf der Gegenseite warf man eine versemmelte Choreo einem vor die F\u00fc\u00dfe. Mit \u201ethe real Badman and Robben\u201c wollte man auf den Torjubel von Auba und Reus gegen die Blauen im Derby anspielen. Das Robben nur eingewechselt gef\u00fchlt f\u00fcnf Minuten und Ribery als Badman gar nicht spielte machte die Choreo neben dem nur schwer zuerkennenden Gotham City Hintergrund zu einem Witz. Anstatt die dritte Meisterschaft in Folge geb\u00fchrend zu feiern oder den Blick auf Berlin zu richten, f\u00e4llt einem nichts weiter ein, als an dem erkl\u00e4rten Erzfeind Dortmund zu sticheln. Traurig!<\/p>\n<p>Zu dem Spiel will ich eigentlich nicht viel sagen, da es wohl auch jeder gesehen hat. Dass die Borussia das Ding gl\u00fccklich gewann und auch anders h\u00e4tte ausgehen k\u00f6nnen, ist, denke ich allen bewusst. Das Dortmund eigentlich 70 Minuten von dem Spiel verpennt hat und auch in der Verl\u00e4ngerung z.B. Aluminium rettete, k\u00f6nnen wir eigentlich schnell mal beiseite schieben. Und dann war ja da noch Gagelmann. Als Schiedsrichter muss man zu dem Spiel sagen, dass er das Spiel gut geleitet hat. Den einzigen Aussetzer hatte er beim Handspiel von Schmelzer. Das Ding war wohl ne klare Geschichte. Ich muss sagen, dass ich das Ding auch mit Fernglas nicht beurteilen h\u00e4tte k\u00f6nnen, was wohl beim G\u00e4steblock unter der Decke kein Wunder ist. Aber so ist das im Leben mit Fehlentscheidungen: mal gewinnt man und mal verliert man (Finale 2014). Wobei fraglich ist, ob der Strafsto\u00df wirklich gefruchtet h\u00e4tte, da wohl eher davon auszugehen ist, dass das Ding mit vollendeten Ausrutscher im Nachthimmel von Gotham M\u00fcnchen City gelandet w\u00e4re und als Signal f\u00fcr alle Superbayern rund um M\u00fcnchen funktioniert h\u00e4tte. Aber es sollte nicht das einzige Mal an diesem Abend sein, dass der liebe Fu\u00dfballgott ein Auge auf uns geworfen hatte und Gagelmann in dieser Situation beide zugedr\u00fcckt hat. Dieses viermalige Verschie\u00dfen mit Slap Stick Einlage beim Elfmeterschie\u00dfen einer Profimannschaft wie den Bayern, ist denke ich einmalig und wird in die Annalen eingehen. Solche Spiele sind der Grund warum man Fu\u00dfballfan ist und seinen Verein begleitet. So Situation zu erleben, wenn der Block ausrastet und nicht fassen kann was da grad abgeht. Aber neben dem Versagen eines Teams darf auch nicht unbeachtet gelassen werden, dass gleichzeitig eine souver\u00e4ne, konzentrierte und ungl\u00e4ubig Ruhe ausstrahlende Leistung von Mitch Langerak zum Sieg beigetragen hat. Neben dem Halten vom Schuss des verlorenen Sohnes, auch die vielen Paraden schon w\u00e4hrend der 120 Minuten. Das kam schon fast an Halbgott Neuer. Ich hoffe die Verantwortlichen haben schon mal Mitch auf der Rechnung als n\u00e4chster Stammtorh\u00fcter. Warum immer einkaufen? So ein klasse Kerl, der seine Person und Leistung immer in den Dienst der Mannschaft gestellt hat, kann eine neue Personifizierung Dortmunds als Leistungstr\u00e4ger darstellen. Allein auf dieser Position wird es interessant, wie Tuchel mit einem Sympathietr\u00e4ge wie Mitch und damit der Dortmunder Anh\u00e4ngerschaft umgehen wird. Puuh, ganz schon \u00fcber den Tellerrand geblickt, um mal im Sprachgebrauch eines f\u00fcr die meisten bekanntes Bl\u00e4ttchen zu bleiben.<\/p>\n<p>Naja, nachdem Spiel versuchte man aus der Tiefgarage zu entkommen. Nat\u00fcrlich ging das nicht so einfach. Man bezahlt nicht einfach ein Ticket am Automaten oder so was. Nein! Nachdem ich mich einer Stadionkarte von vor zwei Jahren mal endlich entledigen und Restguthaben entgegen nehmen konnte, wurde mir fast schon am Auto befindend gesagt, dass ich die Karten dann nochmal br\u00e4uchte um mit Guthaben mich aus der Tiefgarage hinaus zu quetschen. Also wieder zur\u00fcck an den Schalter, Karte schnappe und wo war das Auto jetzt nochmal? Mit Casi auf der Suche nach dem Auto im Einheitsbau, der lediglich als P2 als Ganzes ausgewiesen war. Hilfreich! Naja die Suche machte keinen zeitlichen Unterschied. Wir waren sowieso vom Verkehr noch gefangen. Lie\u00dfen es uns aber bei einer prickelnden Flasche Sekt und Hupkonzerten die Nacht vers\u00fc\u00dfen. Nachdem wir dann fast einer CO2 Vergiftung im Parkhaus erlagen, gings auch schon wieder auf die Autobahn. Da in unserer Richtung die Autobahn sch\u00f6n frei war, freute ich mich auf eine sechs st\u00fcndige Heimfahrt bei erstmal Eint\u00f6nigen 200 bis 300 km nach Stuggi. Von 24 Uhr an. Dolle! Was macht nicht alles f\u00fcr die Borussia! Aber sie zahlt es auch einem verdammt geil zur\u00fcck!! Zwischen drei, vier Uhr musste ich doch vor der M\u00fcdigkeit kapitulieren und die liebe Nicole \u00fcbernahm das Steuer. Auch hier noch mal ein fettes Dankesch\u00f6n f\u00fcr die restliche sichere Heimfahrt. Die zwei anderen Mitfahrer versteckten sich schlauerweise hinter Bierflaschen, was aber so abgesprochen war. Um sechs Uhr fr\u00fch wieder in Heusweiler ging es f\u00fcr unsere Kampftrinker in die wohl verdienten Betten. Fahrer und Ersatzfahrer hatten jedoch die Schichten vor sich und ich f\u00fcr meinen Teil machte mich auf den Weg zur n\u00e4chsten Tanke um noch mal voll zu tanken und den Weg auf die Schaff anzutreten.<\/p>\n<p>Was bleibt abschlie\u00dfen zu sagen? Die Jungs haben es mal wieder geschafft etwas Unm\u00f6gliches M\u00f6glich zu machen. Bezeichnend auch f\u00fcr J\u00fcrgen Klopp als Motivator so eine Mannschaft in eine Berlin-Aufbruchsstimmung zu verzaubern, dass noch nicht mal vor den Super Bayern halt gemacht wird. Da wird jemand als Trainer fehlen, dessen Position so f\u00fcrs erste nicht zu ersetzen ist. Aber noch sind wir nicht am Ende der Abschiedstournee. Lasst uns Berlin rocken, den Pokal einpacken und von Klopp auf dem Borsigplatz als Abschiedsgeschenk auspacken. <\/p>\n<p>In diesem Sinne,<br \/>\nForz\u00e0 BvB!<\/p>\n<p>Euer geliebter Schiri<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wie wir in die Gl\u00fcckseligkeit hineinrutschten und die Abschiedstournee immer lauter und immer weiter ging!!! Ja, wo soll ich anfangen bei diesem Fahrtenbericht und der dabei auftretenden G\u00e4nsehaut, wenn ich nochmal daran denke? Am besten am Anfang. 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